Tipps vom Profi: Leben und Erfolge von Eva Lechner

V.l.n.r.: Psychiatrieprofessor Andreas Conca, Radprofi Eva Lechner und Moderator Josef Bernhart © J. Bernhart
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Erfolgreiche Sportler werden von geschulten Psychologen betreut. Aber auch Psychologen können von Profi-Sportlern lernen. Wie das geht, zeigte eine Veranstaltung im öffentlichen Gesundheitsdienst von Bozen.


Es handelte sich bei der Veranstaltung um eine interne Weiterbildung für Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Gesundheitsbezirk Bozen, organisiert von der Abteilung Psychiatrie im Krankenhaus Bozen. Der Primar der Abteilung, Univ.-Prof. Andreas Conca begrüßte an die vierzig interessierte Teilnehmer.


Ganz besonders stolz zeigte er sich darüber, dass es gelungen war, Italiens beste Mountainbikerin Eva Lechner für die Veranstaltung zu gewinnen. Unter dem Titel "Profi und Mensch" gab Eva Lechner Einblicke in ihr Leben und ihre Erfolge. Angefangen vom ersten Bike, gekauft vom selbst verdienten Geld, bis hin zur Frage, was denn noch als Ziel einer so erfolgreichen Sportkarriere gelten könne, gab es viele Erfahrungen und Erlebnisse zu erzählen.


Aufmerksam verfolgten die anwesenden Ärzte, Psychologen und Sozialbetreuer den Aufstieg von Eva Lechner, die großen Momente im Leben eines natürlich gebliebenen Sportstars, aber auch die schwierigen Phasen ihrer Karriere. Beispielhaft dafür war der fatale Sturz kurz nach dem Start der Cross-Weltmeisterschaften in Tabor vor einem Monat. Eva Lechner, als Favoritin und amtierende Vize-Weltmeisterin gestartet, kam gleich in der ersten Kurve zu Fall – und aus war es mit dem Traum von WM-Gold. "Ich war richtig wütend im Bauch und wollte eigentlich aufgeben. Aber da dachte ich mir, jetzt erst recht. Ich will heute hier Rennen fahren und es allen zeigen, auch wenn die große Chance vorbei ist." Der Rest ist bekannt: Eva Lechner fuhr die schnellsten Rundenzeiten, beendete das Rennen und bekam viel Lob von ihren größten Konkurrentinnen.


Genau dies sei ein beeindruckender Moment einer großen Sportkarriere, zeigten sich alle Anwesenden überzeugt und stellten zahlreiche Fragen an Eva Lechner, zu Hobbys, Momenten der Verzweiflung, aber auch zu jenen des Glücks und der Frage, ob Spitzensport nicht auch eine Art "Sucht" werden könne. Dazu hatte Eva Lechner eine klare Antwort: "Suchtgefahr muss man mit der nötigen Auszeit begegnen. Und nach jeder Saison gönne ich mir auch die Zeiten der Ruhe und Erholung." Ein für viele hilfreicher Tipp.


Redaktion: Dr. Josef Bernhart
 

V.l.n.r.: Psychiatrieprofessor Andreas Conca, Radprofi Eva Lechner und Moderator Josef Bernhart © J. Bernhart
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