Bedeutung von E-Rädern und Mountainbikes im Fahrradtourismus nimmt zu


Der Rad- und Wandertourismus setzt seinen Aufwärtstrend fort: Qualitativ anspruchsvolle Angebote, Beratungsservice, exklusive Regionen und nachhaltiges Equipment sind weiterhin gefragt.


Mit der Sonderausstellung "Fahrrad- & ErlebnisReisen mit Wandern" bietet die Messe Stuttgart allen Aktivurlaubern im Rahmen der Urlaubsmesse CMT eine breit gefächerte Informations-, Beratungs- und Einkaufsplattform. Die Veranstaltung findet traditionell am ersten CMT-Wochenende statt. Outdoor-Begeisterte sollten sich den 17. und 18. Januar 2015 daher unbedingt vormerken.


Im Vorjahr strömten mehr als 32.000 Besucher über die 10.000 Quadratmeter große Fläche der Sonderausstellung in der Alfred Kärcher Halle (Halle 9). Anja Frey, Projektleiterin der Messe, rechnet für 2015 mit mindestens ebenso vielen Besuchern und freut sich über die bereits jetzt gut gebuchte Messehalle.
 
Radtechnik und Radreisen kompakt beieinander
Nach Auskunft von Frey präsentieren Aussteller aus ganz Europa aktuelle Reisetrends, technische Innovationen und qualifizierte Beratungsangebote. Die Besucher finden professionelle Hardware, angesagtes Zubehör und Radreiseanbieter geballt in einer Halle. Im Reigen der Aussteller befinden sich deutsche und internationale Fahrradregionen, Tourenplaner, GPS-Anbieter, Fahrradhotels sowie jede Menge Hersteller und Händler mit unterschiedlichen Fahrradmodellen: Cityräder, Crossräder, Trekkingräder, Mountainbikes, Reise- und Falträder, Elektroräder, Rennräder, Spezialräder sowie Kinderfahrräder. Alle Radvarianten können auf dem Fahrrad-Parcours ausprobiert werden.
 
E-Bike-Trend setzt sich fort
In den vergangenen Jahren erlebte der E-Bike-Markt eine enorme Schubkraft. Gabi Bangel, Leiterin des Bereichs Tourismus beim Bundesverband des Allgemeinen Deutschen Fahrradclubs (ADFC), hebt die wachsende Bedeutung von Ausleih-E-Bikes auf Radreisen hervor: "Für Reiseveranstalter wird es immer wichtiger, qualitativ hochwertige E-Bikes vorrätig zu haben." In seiner Radreiseanalyse 2014 hat der ADFC herausgefunden, dass 31 Prozent der Radurlauber sich vorstellen könnten, im Urlaub ein E-Bike zu nutzen. "Speziell für topografisch anspruchsvolle Regionen wie z.B. Baden-Württemberg bieten E-Bikes eine große Chance", glaubt Bangel.
 
Der Zweirad-Industrie-Verband (ZIV) schätzt, dass dieses Jahr rund 450.000 E-Bikes verkauft werden. Mittelfristig geht der ZIV sogar davon aus, dass das E-Bike-Segment in Deutschland rund 15 Prozent am jährlichen Gesamtmarkt erreichen könnte. Das entspricht einer Stückzahl von rund 600.000.


E-Bike: Zentrale Rolle auf der CMT

Auch bei der Fahrrad- & ErlebnisReisen mit Wandern wird das Thema E-Bike eine zentrale Rolle spielen. Neue Aussteller sind u.a. die Ansmann AG, Spezialist für E-Bike Technologie, oder Remsdale, ein E-Bike und Pedelec- Hersteller aus Schorndorf. Seit Anfang dieses Jahres gibt es in Baden-Württemberg die E-Bike-Region Stuttgart. E-Bike-Routen und Verleih-Stationen sind hierbei kreisübergreifend ausgewiesen (www.e-bike-region-stuttgart.de). Die E-Bike-Region Stuttgart ist auf der Messe zum zweiten Mal als Ausstellerin vertreten.
 
Ausgefallene Touren und Mountainbiking gewinnen an Bedeutung
Bei Radurlaubern besonders gefragt sind Routen entlang der Flüsse sowie Thementouren. "Radtouristen mögen auch Städtetouren und schätzen die kulinarischen Spezialitäten der jeweiligen Regionen", sagt Bangel. Tendenziell stellt die Radtourismusexpertin eine Verjüngung bei den Radurlaubern fest. Ihre Theorie: Je urbaner und trendiger die Radreiseangebote, desto jünger das Publikum. Hierzu zähle auch, dass Alpenüberquerungen einen regelrechten Nachfrage-Boom erlebten. Mit ALPS Biketours präsentiert sich passend hierzu ein neuer Aussteller auf der Messe, der nicht nur mit ausgeklügelten Strecken über die Alpen wirbt, sondern auch mit einem Service-Komplettangebot, wozu besonders schöne Unterkünfte gehören.
 
"Beim Mountainbiking wird das 'Guiding' immer wichtiger", erklärt Oliver Sollbach, Ansprechpartner für Mountainbiking (MTB) beim ADFC Bundesverband. "Ansonsten hat die schnelle technische Entwicklung großen Einfluss auf das Mountainbiking." Stichworte seien Radgrößen und Federwegsentwicklung. "Viele Bikes lassen heute fahrtechnische Strecken zu, die vor ein paar Jahren nur etwas für Könner waren", sagt Sollbach. Für Destinationen bedeute dies, dass die Fahrtechnik stärker in den Fokus trete. Ansonsten seien gerade Tourenangebote immer noch wichtig.
 
"Das Thema Mountainbike wird auf der Fahrrad- & ErlebnisReisen mit Wandern maßgeblich von Bedeutung sein. Damit kommen wir den Wünschen einer wachsenden Anzahl MTB-begeisterter Urlauber entgegen", betont Projektleiterin Frey. Es gebe beispielsweise jede Menge Informationen zu Tourenplanungen sowie Reparaturtipps bei Pannen. Zu den Ausstellern zählten u.a. Biketam Radreisen mit weltweiten Radreiseangeboten oder Himal Spezialreisen, die sich auf das Himalaya-Gebirge spezialisiert hätten. Mit der Deutschen Initiative Mountain Bike (DIMB) präsentiert sich erstmals ein gemeinnütziger Verein, der sich aus Mountainbikern, MTB-Produzenten, Komponentenherstellern und Händlern zusammensetzt. Die DIMB zählt rund 60.000 Mitglieder und kümmert sich um die speziellen Anforderungen und Bedürfnisse des MTB-Radsports (www.dimb.de).
 
Bei Radurlaubern zählt Qualität
"Unabhängig vom Fahrradtyp ist allen Radurlaubern eine hohe Qualität der Radwege, der Beschilderung und der Unterkünfte wichtig", sagt Erich Kimmich, Landesgeschäftsführer des ADFC Baden-Württemberg. Er sieht bei den Radlern einen Trend zu naturnahen und gesundheitsorientierten Erlebnissen. Für die Suche von Qualitäts-Unterkünften empfiehlt der Radexperte die brandneu gedruckte "Bett + Bike"-Broschüre des ADFC, worin 5500 zertifizierte Gastgeber aufgelistet sind. Zur Streckenauswahl verweist er auf die vom ADFC zertifizierten Radrouten und Radregionen. "Die Gütesiegel ADFC-Qualitätsradroute und ADFC-RadReiseRegion weisen den Radurlaubern den Weg", sagt Kimmich. Eine mit vier Sternen ausgezeichnete Route in Baden-Württemberg ist beispielsweise der "Albtäler Radweg" (www.albtaeler-radtour.de), der auf der Messe mit einem eigenen Stand vertreten ist.
 
Die Messebesucher können sich neben den Ausstellungsangeboten auf ein abwechslungsreiches Rahmenprogramm mit Vorträgen, Multivisions-Shows sowie spannenden Aktivangeboten freuen, zum Beispiel einen "Pumptrack". Dabei bewegen sich Mountainbiker allein durch das Hochdrücken ihres Körpers ohne Pedalbenutzung nach vorne. Der Pumptrack wird mit Holzdielen befestigt, dabei ist der "Biketrail" unter anderem mit Wellen versehen. Für Kinder gibt es den Aktivbereich zum Thema "Natur und Wald". Und der Extremsportler Ingo-Kai Schoffer wird für ein sportives Highlight sorgen, indem er einen Weltrekord im Dauerradfahren auf einem Spinning-Bike aufstellen will. Neu im kommenden Jahr ist zudem ein Südfrankreich-Bereich, wo sich mehrere Aussteller präsentieren. Unter anderem gehören der "Provence Südalpen Cote d’Azur Tourismus" und die "ViaRhôna" dazu.
 

Per Fahrrad zur Messe

Die Partnerverbände der Sonderausstellung sind – wie in den Jahren zuvor – der Landesverband Baden-Württemberg des Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Clubs (ADFC) sowie der Schwäbische Albverein gemeinsam mit der Albvereinsjugend. Der ADFC und der Schwäbische Albverein bieten fitten Besuchern die Möglichkeit, gemeinsam zur Messe zu radeln oder zu wandern. Die Termine dazu werden im Dezember bekannt gegeben. Die Teilnehmer der Touren erhalten einen ermäßigten Messeeintritt. (Informationen dazu unter: www.messe-stuttgart.de/fahrrad).
 
 

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