BDR-Fachkonferenz in Köln stellt Konzepte der Nachwuchsförderung vor

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Der Bund Deutscher Radfahrer war in den Nachwuchsklassen in diesem Jahr so erfolgreich wie nie. Neben Erfolgen in der Halle, mit dem Mountainbike oder auf der Bahn gab es jüngst bei den Straßen-Weltmeisterschaften in Ponferrada zwei Junioren-Weltmeister zu feiern: Lennard Kämna aus Cottbus siegte im Zeitfahren und Jonas Bokeloh aus Hannover im Straßenrennen.


Trotzdem beklagt auch der BDR, wie viele andere Sportverbände auch, einen Rückgang bei den Lizenzen im Nachwuchsbereich.



2015 soll daher ein Schwerpunktjahr für den Nachwuchs werden. "Wir haben in den letzten fünf Jahren einen Lizenzrückgang von ca. zehn Prozent zu beklagen und müssen uns daher fragen, ob unser Lizenzsystem noch zeitgemäß ist", erklärte BDR-Präsident Rudolf Scharping letzte Woche in Frankfurt.


Am vergangenen Wochenende berieten Vertreter aus Präsidium, Landesverbänden und Vereinen gemeinsam mit dem BDR-Jugendvorstand auf einer Fachkonferenz in Köln über weitere Maßnahmen einer erfolgreichen Nachwuchsgewinnung.  Dabei wurden sowohl  breitensportspezifische als auch leistungssportorientierte Ansätze diskutiert. Drei Projekte wurden vorgestellt, die alle schon erfolgreich gestartet sind.


Der Landesverband Saarland hat in Zusammenarbeit mit dem Kultusministerium das Projekt "Richtig Radfahren in der Schule" erarbeitet, um Kinder und Jugendliche für den Radsport zu begeistern. An der Basis wirkt der RV Edelweiß Oberhausen, der den direkten Weg über die Schulen geht. Bernd Essert vom RV Edelweiß berichtet von Wochenenden, an denen bis zu 600 Schüler zu den verschiedenen Aktionen des Vereins wie Frühjahrs- oder Herbstcheck kommen. "Das ist mühevolles Klinkenputzen an der Basis, aber dadurch wird manch einer für den Radsportverein vor Ort gewonnen", lobt BDR-Jugendsekretär Marco Rossmann das beispielhafte Engagement der Oberhausener.


Olympiasiegerin Petra Roßner aus Leipzig stellte die professionellen Strukturen ihres "Girl Team Sachsen" vor. 2009 begonnen, hat das Projekt sein erstes Ziel, einige seiner Sportlerinnen in den Nationalkader zu bringen, bereits erfüllt. Nächstes Ziel ist eine WM-Medaille. "Dieses Projekt zeigt die leistungssportorientierte Variante. Mit Eliteschulen, entsprechender Leistungsdiagnostik und weiterer professioneller Ausstattung kann man die Begeisterung für den Radsport fördern", so Rossmann.


Um dieses Projekt erfolgreich umzusetzen, setzt der BDR verstärkt auf das Ehrenamt, auf die Schulen und eine gezielte Medienkampagne. "Unsere Vereine sind aufgerufen, an Schulen bestimmte Aktionen wie Projekttage oder Trainingsprogramme vorzustellen und durchzuführen, damit wir unserem langfristigen Ziel, den Radsport als Schulsport zu integrieren, näher kommen", sagt BDR-Jugendleiter Toni Kirsch (Bergheim). Über die Landesverbände sollen die Kultusministerien um Unterstützung gebeten werden.


Ein Schwerpunkt verbesserter Nachwuchsarbeit  liegt auch im Ausbau des Ehrenamtes. Der BDR möchte zum einen junge Leute gewinnen, die sich als "Junior Coach" verstärkt um Nachwuchsförderung und Nachwuchsarbeit kümmern. So genannte "Senior Coaches" sollen sie dabei unterstützen und ihr Wissen und ihre Erfahrung einbringen. Vereine, die besondere Beispiele für erfolgreiche Nachwuchsförderung geben, sollen eine besondere Zertifizierung erhalten. Wie diese genau aussieht, welche Ausbildungsinhalte der Junior- und Senior-Coaches vorsieht und wie das Lizenz- und Beitragssystem des BDR besser gestaltet werden soll, wurde in verschiedenen Workshops diskutiert. Das gesamte Konzept soll Ende des Monats im BDR-Präsidium sowie im November im Verbandsrat vorgestellt und debattiert werden.


Gemeinsam will man nach einem "Leitbild" suchen, um mit der Nachwuchs-Kampagne auch die notwendige Aufmerksamkeit in den Medien zu gewinnen. "Im Nachwuchsbereich ist es fünf nach zwölf", mahnt Toni Kirsch. "Wenn wir jetzt nicht handeln, bricht uns die Basis weg. Dafür müssen wir alle an einem Strang ziehen. Vereine, Landesverbände und der BDR sind gefordert, damit wir auch 2020 und 2024 leistungsstarke Sportlerinnen und Sportler zu den Olympischen Spielen schicken können."


Quelle: BDR-Medienservice



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