Exklusiv: Colnago-Team bei der MTB-WM – kein Edelmetall

Eva Lechner im WM-Rennen © Armin M. Küstenbrück/EGO-Promotion
Eva Lechner im WM-Rennen © Armin M. Küstenbrück/EGO-Promotion


"Wir haben nichts zu verlieren", sagte ein zuversichtlicher Nationaltrainer der Azzurri vor den Weltmeisterschaften der Mountainbiker in Hafjell (Norwegen). Am Ende gab es aber auch nicht viel zu gewinnen.


Begonnen hatte alles mit einem "Pannen-Vierer", wie es die lokale Sportpresse in Südtirol bezeichnete. Bei vier Fahrern drei Reifenpannen: mehr Pech geht kaum.

Auch Eva Lechner hatte es erwischt. Wobei sie in der Staffel als einzige gesetzt war. Weder der in diesem Jahr bis dato enttäuschende Marco Aurelio Fontana (immerhin Olympia-Dritter in London 2012) noch ihr Südtiroler Landsmann, der aufstrebende Gerhard Kerschbaumer wurden von Hubert Pallhuber, seines Zeichens Italiens Nationalcoach, nominiert. Am Ende gingen neben Eva Lechner noch Elitefahrer Luca Braidot, Junior Moreno Pellizzon und U23-Starter Andrea Righettini in den Cross-Country-Bewerb. Doch nichts wurde es mit der erneuten Titelverteidigung. Italiens Nationalteam war nämlich nach Gold in Saalfelden 2012 und Südafrika 2013 durchaus als Favorit gehandelt worden. Der 17. Rang am Ende (von 27 Nationen) war eine große Enttäuschung. Die Podestplätze gingen an die Teams von Frankreich, der Schweiz und Tschechien.
 
Einzelrennen: Solide Vorstellung
 Besser lief es da schon im Einzelrennen. Eine motivierte Eva Lechner brachte eine solide Leistung vom Start weg bis ins Ziel. Dass es am Ende nicht zur verdienten Top-Ten-Platzierung reichte, war knapp. Mit einem Rückstand von vier Minuten und 12 Sekunden auf die Siegerin Catharine Pendrel (Kanada) kam die Südtiroler Colnago-Fahrerin und WM-Dritte von 2011 als gute Elfte ins Ziel.


"Die WM ist ein Spiegelbild meiner Saison", sagte Eva Lechner im Ziel, "es gab gute Momente, aber eben auch Enttäuschungen." Am Ende bleibt die Hoffnung auf die Zukunft: "Ich bin im besten Alter und fühle mich nach wie vor fit und motiviert. Gerade der fünfte Rang beim Weltcupfinale in Frankreich vor zwei Wochen hat mir gezeigt, dass ich ganz vorne dabei sein kann, wenn alles klappt." Die Medaillen-Ehre der Azzurri rettete der für die Staffel nicht berücksichtigte Marco Aurelio Fontana, indem er wie schon bei Olympia im Elite-Einzelrennen Bronze holte.


Text: Dr. Josef Bernhart

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