Fairplay-Ehrenpreis für Kreidler Werksteamfahrer Torsten Marx

Torsten Marx fliegt durch den Wald © Kreidler Werksteam
Torsten Marx fliegt durch den Wald © Kreidler Werksteam


Am vergangenen Wochenende fand die Deutsche Meisterschaft im Marathon in St. Ingbert statt. Über die 82 Kilometer lange Distanz blieb es bei den Herren bis zum Schluss spannend. Der Titelkampf war so offen wie noch nie. Viele galten diesjährig als Anwärter auf den Favoritentitel – so auch Marx.


Der Kreidler Werksteamfahrer unterbrach jedoch sofort sein Rennen, als er einen am Boden liegenden Hobbyfahrer im Wald sah.

Der Kurs war trocken, sandig und mit vielen Singletrails gespickt. Gleich zweimal musste eine Runde von 41 Kilometern absolviert werden. Gleich zu Anfang wurde das Tempo sehr hoch gehalten, so dass sich eine achtköpfige Spitzengruppe bildete, die ab sofort die Geschwindigkeit bestimmte. In dieser Konstellation, in der sich auch Torsten Marx befand, ging es dann in die zweite Runde.


Da Matthias Leisling krankheitsbedingt auf den Stat verzichten musste, gestaltete es sich für den Kreidler-Fahrer Torsten Marx zunehmend schwerer, sich als Einzelpedaleur zu behaupten, da andere Teams wie Bulls und Vaude/Centurion gleich mit mehreren  Fahrern vertreten waren. Marx musste immer wieder mit Attacken der anderen rechnen. Aus diesem Grunde hielt er sich meist in vorderster Position auf, um eventuellen taktischen Spielchen zuvorzukommen. Bei Kilometer 55 erwischte aber ein spitzer Stein sein Hinterrad.  Die Konsequenz war ein kleiner Schlitz in der Seitenwand des Pneus. Auch die Luftkartusche verfehlte dadurch ihre Wirkung. Er rettete sich über eine längere Distanz hinweg – auf der Felge fahrend – in die nächste Technikzone, um das technische Malheur zu beheben. An Position 12 nahm er dann die Verfolgung auf.

Nachdem er sich zurück an die Verfolgergruppe gekämpft hatte, überrundete das Speed-Ensemble in der zweiten Runde viele Hobby-Fahrer, die parallel ihr Rennen bestritten. Als Torsten dann in einer Abfahrt einen regungslos liegenden Biker sah, beschloss er, das Rennen sofort zu beenden, Erste Hilfe zu leisten und die Sanitäter zu rufen. Torsten blieb noch einige Minuten an der Unfallstelle. Der Verunglückte war bewusstlos, atmete aber glücklicherweise und zeigte körperliche Reflexe.


Ein weiterer Hobby-Biker erkannte Torsten und stoppte. Er wusste um die Bedeutung der Deutschen Meisterschaft, wollte ab sofort beim Verletzten bleiben und schickte Torsten erneut auf die Stecke. Nicht mehr unbeschwert, sondern besorgt nahm Torsten das Rennen wieder auf und überquerte noch auf Position 16 die Ziellinie.
 
Zufrieden stellte er nach dem Rennen für sich fest, dass er nach dem Plattfuss noch unter die Top-Ten hätte fahren können. Aber sein Rennabbruch war für ihn in dieser Situation einfach selbstverständlich. Der Veranstalter aber wusste seinen selbstlosen Einsatz angemessen zu würdigen: Vor den Siegerehrungen wurde Torsten Marx auf die Bühne gerufen und mit dem Fairplay-Ehrenpreis ausgezeichnet.

"Sportlich gesehen, habe ich das Gefühl, einen Schritt nach vorn gemacht zu haben. So lange ich in der Spitzengruppe vertreten war, musste ich nie ans äußerste Limit gehen, da wäre ohne diesen Defekt vieles möglich gewesen, davon bin ich überzeugt", meinte Marx nach der Ehrung.
 

Torsten Marx wird für sein vorbildliches Verhalten vom Veranstalter geehrt © Kreidler Werksteam
Torsten Marx wird für sein vorbildliches Verhalten vom Veranstalter geehrt © Kreidler Werksteam

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