Giro-Flair am Dobratsch: Sieger-App für die Ö-Tour in Kärnten

 

Die 66. Internationale Österreich-Rundfahrt ist Geschichte. Die Sieger stehen fest und die Organisatoren sind zufrieden.

 

Regelrecht begeistert sind die Veranstalter der diesjährigen Königsetappe, die am 11. Juli in Kärnten endete. Nicht nur, weil der Villacher Hausberg Dobratsch das Etappenziel war. Es gab eine absolute Neuheit: die Ö-Tour-App, mit der sich ab sofort alle Hobbyfahrer mit den Profis messen können. Genauso wie schon beim Giro d’Italia.

Redaktion: Dr. Josef Bernhart/EURAC

 

Ein Rennen für alle

"Wir freuen uns immer auf die Ö-Tour, jederzeit", sagte Thomas Michor von Villach-Marketing nach dem Rennen. "Wir sind eine Radsport-Region und tun alles für deren Förderung." Aus diesem Grunde wurde erstmals für Österreich eine neue App präsentiert. Koordinator der Idee ist Ex-Profi Peter "Paco" Wrolich. Mit der App können sich alle Radfahrer, die den Dobratsch erklimmen, direkt mit dem Etappensieger messen. Wem dies zu ambitioniert erscheint, der kann sich auch mit gleichgesinnten Hobbyfahrern vergleichen. Die Idee stammt von einem Team der Universitäten Klagenfurt und Bozen. Gemeinsam mit der Europäischen Akademie (EURAC Research) wurde die neue App schon bei der diesjährigen Königsetappe des Giro d‘Italia eingesetzt und nun nach Österreich "exportiert". Damit sind zwei legendäre Anstiege im Angebot, kostenlos und für alle nutzbar.

 

Giro-App goes Austria

Südtirol und Kärnten. Das sind einzigartige Naturerlebnisse, aber auch maximaler Spaß beim Radfahren. Dafür sorgen die beiden Apps "Giro Challenge Martelltal" und "Ö-Tour Challenge Kärnten". Die Ausgangssituation: beide Regionen, Kärnten wie Südtirol, präsentieren sich verstärkt als Radsportdestinationen – mit herrlichen Routen, von der Genusstour bis zur absoluten Herausforderung. Eine solche sind die Königsetappen von Giro und Ö-Tour allemal. Und einmal gegen die Profis zu fahren ist die wahre "Challenge".

 

Und noch eine Gemeinsamkeit gibt es: Während im Martelltal der spätere Giro-Sieger Nairo Quintana gewann, fuhr sein Bruder Dayer Quintana mit 44:04 Minuten am schnellsten auf den Dobratsch. Er wurde zwar am Ende Etappen-Zweiter mit 24 Sekunden Rückstand auf Tagessieger Evgeny Petrov, nahm diesem aber auf dem Schlussanstieg knapp über zwei Minuten ab. Nur eine bzw. zwei Sekunden am Schlussanstieg langsamer als Quintana waren der Ö-Tour-Sieger Peter Kennaugh sowie Vorjahresgewinner Riccardo Zoidl aus Österreich.

 

Die Besten

Evgeny Petrov aus Russland heißt der Sieger der 6. Etappe der Ö-Tour über drei Anstiege der 1. Kategorie und 182,4 km mit Ziel auf dem Dobratsch. Er war bereits bei der Mautstelle (Nähe Alpenarena) in der Spitzengruppe und setzte sich zu Beginn des Anstieges ab. Seine Fahrt auf den Dobratsch mit 46 Minuten und 12 Sekunden hat die neue Ö-Tour-App aufgezeichnet. Der Vergleich mit dem Sieger kann somit beginnen. Petrov ist Jahrgang 1978 und für das Team Tinkoff-Saxo unter Vertrag. Er hat 2010 die elfte Etappe des Giro d’Italia gewonnen.

 

Bester „Dobratsch-Kletterer“ ist der Kolumbianer Dayer Quintana (Team Movistar). Er ist der jüngere Bruder von Giro-Sieger Nairo Quintana, der übrigens auf der Königsetappe des Giro d’Italia 2014 ins Martelltal Tagessieg, Rosa Trikot und schließlich den Gesamtsieg holte.

"Publikumsliebling" Patrick Konrad (Team Gourmetfein) aus Mödling, bester Österreicher und mit 22 Jahren auch Sieger der Nachwuchswertung, war zwar beim Aufstieg 1:25 Minuten langsamer als Quintana, aber immer noch 42 Sekunden schneller als Etappensieger Petrov.

 

 

 

Foto oben (EURAC/Sabine Jacob):

  • Die App-Koordinatoren mit dem "Besten Österreicher" (v.l.n.r.): Ex-Profi Paco Wrolich, Thomas Michor (Villach-Marketing), Jungprofi Patrick Konrad und Josef Bernhart (EURAC-Bozen)

Fotos unten (EURAC/Sabine Jacob):

  • Dobratsch-Etappensieger Evgeny Petrov aus Rußland im Ziel
  • Bester Dobratsch-Kletterer: Dayer Quintana aus Kolumbien

 

 

Bild und LINK zur Ö-Tour-App: http://tiny.cc/oetourchallenge

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