Hoogerland und Somavilla triumphieren bei 33. Dolomiten-Radrundfahrt

Nach einer einjährigen Unterbrechung aufgrund der Corona-Krise fand die 33. Dolomitenradrundfahrt statt. Bei perfektem Radwetter jubelte Johnny Hoogerland über seinen ersten Triumph! „Stacheldrahtjohnny“ bezwang im Sprint Titelverteidiger Simon Schupfer und Alban Lakata. Bei den Damen wiederholte die Tirolerin Bianca Somavilla ihren Sieg von 2019. Einziger Wermutstropfen: Viele Teilnehmer konnten wegen der Felbertauernsperre leider nicht nach Lienz kommen.  

Start der 33. Dolomitenradrundfahrt bei der RGO-Arena ©Expa Pictures
Start der 33. Dolomitenradrundfahrt bei der RGO-Arena ©Expa Pictures

Der Wettergott meinte es gut mit den Startern der 33. Dolomitenradrundfahrt in Osttirol. Während es in großen Teilen Österreichs zu teils dramatischen Regenfällen kam, herrschte in Osttirol ideales, bewölktes Radlerwetter mit rund 20 Grad. Um 9:30 Uhr fiel in Lienz der Startschuss zu einem der ältesten Radmarathons Europas, der über 112 Kilometer und 1.860 Kilometer durch das Drau- und Lesachtal wieder zurück in die Sonnenstadt Lienz führte. Zahlreiche Zuschauer und Musikkapellen sorgten gerade im Lesachtal für eine tolle Stimmung. Rund 600 Teilnehmer aus 16 Nationen waren am Start. „Durch die starken Regenfälle und Murenabgänge kamen rund 400 Starter nicht über die gesperrte Felbertauernstraße. Somit hätten wir mehr als 1.000 Starter gehabt“, sagt Organisator Franz Theurl, der aber mit dem Ablauf des Events mehr als zufrieden war. Übrigens, ein ganz besonderer Starter war heuer Isidor Ortner, der im Ehrentrikot seine 33. Rundfahrt in Folge bestritt!

Spannung pur bei den Herren
Gleich nach dem Start in Lienz kam es zu vielen Attacken. Während Simon Stiebjahn lange an der Spitze fuhr, bildete sich im Lesachtal bis Kartitsch eine hochkarätige fünfköpfige Spitzengruppe: Mit dabei waren der vielfache MTB-Weltmeister Alban Lakata, Simon Schupfer (Sieger der Dolomitenradrundfahrt 2019), der zweifache Ötztaler-Sieger Stefan Kirchmair, der holländische Ex-Radprofi Johnny Hoogerland und Stiebjahn. Dann ging es für das Spitzenquintett durch das Pustertal nach Lienz und es sollte schließlich zum Zielsprint kommen.
 
Hoogerland mit den schnellsten Beinen
Der 38-jährige Ex-Profi Johnny Hoogerland erlang bei der Tour de France 2011 ungewollt Bekanntheit, als er unsanft in einen Stacheldrahtzaun stürzte. Der Vuelta-Gesamtzwölfte von 2009 spielte im Zielsprint dann seine ganze Klasse aus: Er siegte ganz knapp vor dem letzten Rundfahrtssieger Simon Schupfer und Alban Lakata. Vierter wurde Stefan Kirchmair. „Jeder Sieg ist großartig! Vor zwei Jahren wurde ich hier Zweiter, heute hat es endlich mit dem Sieg geklappt“, freute sich Hoogerland, der in Kärnten ein Hotel betreibt. Alban Lakata zeigte sich mit Rang drei zufrieden: „Ich habe es kurz vor dem Ziel nochmals versucht, aber das Tempo war zu hoch. Großer Respekt vor Simon Schupfer, der heute unglaublich stark gefahren ist! Und am Gailbergsattel hatten wir sicher eine der schnellsten Zeiten ever!“ Mit einer Zeit von 2:49 verpasste Hoogerland den Streckenrekord von Thomas Blassnig aus dem Jahr 2018 mit 2:47,29 Stunden nur knapp.
Stubaitalerin Sommervila feiert Double in Lienz
Bei den Damen wiederholte Bianca Sommervila aus dem Stubaital ihren Sieg von 2019. Sie siegte nach 3:18,51 Stunden bei strahlendem Sonnenschein im Sprint einer größeren Gruppe vor der Radstädterin Anna Seebacher - übrigens, die Langläuferin triumphierte beim letzten Dolomitenlauf! „Es war ein unglaublich schönes Rennen mit vielen Zuschauern und einer tollen Stimmung. Ein großes Danke an den Veranstalter, dass er in diesen schwierigen Zeiten das Rennen durchgezogen hat“, freute sich Sommervila. Dritte wurde Sommervilas Teamkollegin Melanie Amort-Achmüller.

 

Karl Egger mit seinem 22kg schweren Waffenrad - seine Bestzeit: 3:30h  © Expa Pictures
Karl Egger mit seinem 22kg schweren Waffenrad - seine Bestzeit: 3:30h © Expa Pictures

Zwei Promis im Schongang
Übrigens, mit dem ehemaligen Glocknerkönig Gerhard Trampusch, der die Runde um die Lienzer Dolomiten mit seiner Freundin bestritt, und der ersten österreichischen Snowboard-Olympiamedaillengewinnerin Gitti Köck, waren auch zwei prominente Ex-Sportler mit dabei. „Wir gingen es ruhiger an, aber es hat sehr großen Spaß gemacht“, sagte Trampusch, der nach 3:50 Stunden Lienz erreichte. Gitti Köck finishte mit einer Zeit von 4:13 Stunden.

Emotionales Kinderrennen eröffnete Osttiroler Radsportwochenende
Gestern wurde das Dolomitenradrundfahrtwochenende mit den Kinderbewerben am Lienzer Hauptplatz, organisiert von Charly Kashofer, eröffnet. Rund 90 Kinder und Jugendliche nahmen die unterschiedlichen Bewerbe, gespickt mit Hindernissen, mit ihren Fahrrädern oder Bobby-Cars in Angriff. „Das ist für mich immer das emotionale Highlight des Wochenendes, wenn man die so ambitionierten Kinder sieht, wie sie an die Sache gehen. Sie waren wie alle Teilnehmer heute ein Sieger über sich selbst“, sagt Theurl.

 

www.dolomitensport.at