Wasser, Wein und alte Gemäuer: Auf Flussradwegen durch Saale-Unstrut

Durch romantische Flusslandschaften mit italienischem Flair, vorbei an jahrhundertealten Burgen und Weinbergen folgen reizvolle Radwege den Flussläufen durch Saale-Unstrut. Vier Tourentipps für den Herbst. 

Der Elsterradweg folgt dem Flusslauf der Weißen Elster unter anderem durch Thüringen und Sachsen-Anhalt. Foto: Saale-Unstrut-Tourismus, Falko Matte
Der Elsterradweg folgt dem Flusslauf der Weißen Elster unter anderem durch Thüringen und Sachsen-Anhalt. Foto: Saale-Unstrut-Tourismus, Falko Matte

Aussichtsreiche Strecken am Flussufer, überwiegend flache Wege, und ländliche Ruhe: Das bieten die vier Flussradwege durch Saale-Unstrut, der facettenreichen Kulturlandschaft zwischen Leipzig und Jena. Auf zum Teil wenig befahrenen, gut ausgebauten Wegen folgen sie den Flüssen Saale, Unstrut, Weiße Elster und Ilm. Dome, Burgen, Schlösser und Museen laden Kulturinteressierte zum Zwischenstopp. Im Herbst lassen sich die Touren zudem mit Orgelkonzerten, Winzer- und Musikfesten verbinden. Eine schöne Überraschung für Radtouristen in der Region ist die kostenlose Fahrradmitnahme in den Regionalbahnen von Thüringen und Sachsen-Anhalt.

 

Dome, Burgen und Natur: Zweitägige Tour auf dem Saale-Radweg

Der beliebteste unter den vier Flussradwegen in Saale-Unstrut ist der Saale-Radweg, der auf mehr als 400 Kilometern vom bayerischen Fichtelgebirge bis zum Biosphärenreservat Mittelelbe führt. Eine zweitägige, 90 Kilometer lange Tour folgt Etappe sieben und acht, die sehenswerte Kulturhöhepunkte in Saale-Unstrut mit dem landschaftlich vielseitigen Naturpark Unteres Saaletal verknüpft. 

 

Startpunkt des 40 Kilometer langen ersten Teilstücks auf Etappe sieben ist die Domstadt Naumburg in Sachsen-Anhalt. Das hier befindliche UNESCO-Welterbe Naumburger Dom ist ein Pflichtbesuch. Im Anschluss geht es entspannt am Ufer der Saale entlang in Richtung Merseburg. Schon von Weitem grüßt Schloss Goseck, das über einen Abstecher erreicht wird. In der Residenzstadt Weißenfels lohnen Zwischenstopps im Barockschloss Neu-Augustusburg sowie im Heinrich-Schütz-Haus. Tagesziel ist die Saalestadt Merseburg. Im 1000 Jahre alten Kaiserdom begeben sich Interessierte in der aktuellen Sonderausstellung auf die Spuren Ottos des Großen.

 

Der nächste Tag bietet Natur pur. Zunächst führt der Saale-Radweg durch eine liebliche Auenlandschaft. Ab Halle durchqueren Radfahrer schon bald den Naturpark Unteres Saaletal mit spektakulären Kulissen, wie den Brachwitzer Alpen, dem Saale-Durchbruch bei Rothenburg oder märchenhaften Auenwäldern. Nach 50 Kilometern erreichen sie das Ziel in Könnern. 

 

Veranstaltungstipp: Zu den Merseburger Orgeltagen vom 9. bis 17. September erklingt die weltberühmte Ladegast-Orgel zu Mittags- und Abendkonzerten im Merseburger Kaiserdom. Vom 6. bis 15. Oktober ist Weißenfels, gemeinsam mit weiteren Städten, Veranstaltungsort des Heinrich-Schütz-Musikfestes. 

  • Zweitagestour Naumburg – Könnern: 90 Kilometer
  • www.saale-unstrut-tourismus.de/touren/saaleradweg 

 

Kloster, Himmelsscheibe und Wein: Tagestour auf dem Unstrut-Radweg

Kultur- und Naturgenuss: Das bietet auch der kleinere Unstrut-Radweg. Auf rund 190 Kilometern führt er von der Quelle des Flusses im thüringischen Eichsfeld bis zur Mündung in die Saale bei Naumburg. Unterwegs machen 22 interessante Lauschpunkte mit den landschaftlichen und kulturellen Besonderheiten bekannt. Mittels Lauschtour-App gewähren verschiedene Kenner der Region spannende Einblicke.

 

Eine 36 Kilometer lange Tagestour begleitet die Unstrut von Memleben nach Freyburg. Vor dem Start lohnt ein Besuch im Museum Kloster und Kaiserpfalz Memleben. Noch bis Ende Oktober ist hier die Ausstellung „Des Kaisers Herz“ zu sehen, die über die jüngsten archäologischen Forschungen informiert. Entlang von Buntsandsteinfelsen verläuft der Unstrut-Radweg weiter nach Nebra, wo in der Arche Nebra die wiedereröffnete Ausstellung in die Welt der faszinierenden Himmelsscheibe entführt. Im Anschluss geht es an romantischen Weinbergen und kleinen Weinberghäuschen vorbei in die Winzerstadt Freyburg. 

 

Veranstaltungstipps: Freyburg feiert vom 8. bis 10. September sein traditionelles Winzerfest. Schloss Neuenburg, ebenfalls in Freyburg, bittet am 23. September zur Führung „Sagenhaft musiziert“ und am 27. sowie 28. Oktober zum Rundgang „Schattentappen“.

  • Tagestour Memleben – Freyburg: 36 Kilometer
  • www.saale-unstrut-tourismus.de/touren/unstrutradweg

 

Flusslandschaft des Jahres: Tagestour auf dem Elster-Radweg

Die Flusslandschaft des Jahres 2023 lernen Radfahrer auf dem 240 Kilometer langen Elster-Radweg kennen. Er führt von der Quelle der Weißen Elster im tschechischen Aš (Asch) bis zur Mündung in die Saale in Halle. Dabei durchquert der Fluss mehrere Fauna-Flora-Habitat-Gebiete, die seltenen Tierarten ein Zuhause sind.

 

Eine besonders vielfältiges Raderlebnis bietet der 23 Kilometer lange Abschnitt zwischen Bad Köstritz und Zeitz. Von der Geburtsstadt des Komponisten Heinrich-Schütz, dessen Geburtshaus ein sehenswertes Museum beherbergt, geht es entlang der gemütlich dahinfließenden Weißen Elster zunächst über einen Abstecher zur Haynsburg, die einen fantastischen Ausblick über das Elstertal bietet. Kurz vor Zeitz verwandelt sich die Weiße Elster in eine Wildwasserstrecke. Mit etwas Glück können Radfahrer die Zeitzer Kanuten beim Slalom beobachten. In der Stadt selbst lockt Schloss Moritzburg mit Kinderwagenmuseum, Schlosspark sowie dem Dom St. Peter und Paul zum Besuch. 

 

Veranstaltungstipps: Vom 1. bis 3. September ist in Bad Köstritz das Dahlienfest zu erleben. Anlässlich des Heinrich-Schütz-Musikfestes erklingt in Bad Köstritz und Zeitz vom 6. bis 15. Oktober alte Musik.

  • Tagestour Bad Köstritz – Zeitz: 23 Kilometer 
  • www.saale-unstrut-tourismus.de/touren/elsterradweg

 

Sole und Wein: Tagestour auf dem Ilmtal-Radweg

Von den Bergen des Thüringer Waldes bis zu den Weinbergen in Saale-Unstrut verläuft der Ilmtal-Radweg auf 123 Kilometern von Allzunah am Rennsteig bis nach Großheringen, wo der Fluss in die Saale mündet. In fünf Etappen führt er durch das ländliche Thüringen und in die Klassikerstadt Weimar mit ihren drei Welterbestätten.

 

Ein reizvolles Stück ist die letzte Etappe, von Eberstedt nach Großheringen, die mit nur zehn Kilometern genügend Zeit für Genussmomente lässt. Von Eberstedt geht es bergab in die Kur- und Weinstadt Bad Sulza. Am Kurpark lohnt ein Zwischenstopp in der modernen Tourist-Information, die neben einem Weinprobe-Automaten auch außergewöhnliche Sole-Produkte wie Sole-Bonbons bereithält. Dem Flusslauf folgend, erreichen Radfahrer kurz darauf die Toskana Therme. Sie lädt zum entspannten Baden zu Unterwassermusik in Thermalsolewasser ein. Wohltuend sind auch die Spaziergänge an salzhaltiger Luft im Gradierwerk Louise. 

 

Über einen vier Kilometer langen Abstecher ist Auerstedt erreicht. Hier erinnern Gedenktafeln und „Napoleonslinden“ an die folgenschwere Doppelschlacht bei Jena und Auerstedt zwischen Preußen und Franzosen. Wieder zurück auf dem Ilmtal-Radweg führt die Tour an der Ilm entlang zum Weingut Zahn in Großheringen, das mit regionaler Küche und hauseigenen Weinen zur Einkehr willkommen heißt. 

 

Veranstaltungstipps: Das Weingut Zahn feiert vom 1. bis 2. September Weinfest, das Thüringer Weingut Bad Sulza begrüßt vom 23. bis 24. September zum Federweißer-Fest. Im Kurpark können Besucher am 3., 10. und 24. September Kurkonzerten lauschen. 

  • Tagestour Eberstedt - Großheringen
  • www.saale-unstrut-tourismus.de/touren/ilmtal-radweg