
Bikepacking-Rennen sind oft einsame Angelegenheiten gegen die Uhr und die eigenen Kapazitäten. In seinem neuen Kurzfilm „Still A Race“ fängt Markus Stitz die raue Schönheit und die psychologische Tiefe des Mother North Ultra-Rennens in Norwegen ein. Unterstützt von Schwalbe UK, bietet die Dokumentation einen ungeschönten Einblick in das Abenteuer eines Fahrers zwischen sportlichem Ehrgeiz und der Faszination für die skandinavische Natur.
Das Mother North ist ein unsupported Bikepacking-Rennen, das von den Teilnehmenden absolute Autarkie verlangt. Start und Ziel liegen in Lillehammer, doch dazwischen erstreckt sich ein Terrain, das Fahrern und Material alles abverlangt. Die Strecke verbindet drei der bekanntesten Schotterrouten Norwegens:
-
Mjølkevegen: Bekannt für weite Hochplateaus und Almwirtschaft.
-
Rallarvegen: Eine historische Bahnbaustraße, die durch hochalpine Landschaften führt.
-
Grimsdalsvegen: Eine Route durch eines der schönsten Gletschertäler des Landes.
Markus Stitz bewältigte diese Herausforderung in einer Zeit von 5 Tagen, 5 Stunden und 55 Minuten, was ihm den 28. Platz im Gesamtklassement einbrachte. Das Besondere dabei: Er trug seine gesamte Kameraausrüstung selbst über die Pässe, um das Rennen aus einer Perspektive zu dokumentieren, die Außenstehenden meist verborgen bleibt.
Perspektivwechsel im Ultracycling
Für Stitz, der bereits Extremrennen wie das Silk Road Mountain Race oder das Atlas Mountain Race gefinisht hat, stand bei diesem Projekt nicht die bloße Platzierung im Vordergrund. Der Film thematisiert vielmehr die persönliche Entwicklung eines Athleten. Er beschreibt, dass sich seine Sicht auf das Radfahren mit zunehmendem Alter und wachsender Erfahrung gewandelt hat. Es geht ihm weniger um die nackte Endzeit als vielmehr darum, das Erlebte zu teilen und andere Menschen zu inspirieren.
Obwohl das Dokumentieren eine zusätzliche Belastung darstellt, betont Stitz den Wert dieser Arbeit. Er sieht im Filmen eine Möglichkeit, die Distanz zwischen den „Dotwatchern“ – also den Fans, die das Rennen online per GPS-Tracker verfolgen – und dem realen Geschehen auf dem Trail zu überbrücken. Das Rennen bleibt für ihn ein Wettkampf gegen sich selbst, eingebettet in eine Struktur aus Zeit und Raum, die den Fokus schärft.
Resilienz und Storytelling
„Still A Race“ ist Teil eines größeren Portfolios von Stitz, in dem er die menschliche Widerstandsfähigkeit in Bezug zur Landschaft setzt. Seine Arbeit kombiniert Fotografie und Film, um Orte in ihrer ursprünglichsten Form einzufangen. Die Dokumentation ist ab sofort kostenlos auf YouTube verfügbar und richtet sich an alle, die die Faszination für das Unvorhersehbare im Ausdauersport teilen.









Kommentar schreiben