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MTB-Weltcup in Nove Mesto: Lanvad gewinnt vor Neff, Eva Lechner in Top 40

Foto (Matt DeLorme): Eva Lechner hat alles gegeben: dennoch lief es in Nove Mesto nicht wie erhofft
Foto (Matt DeLorme): Eva Lechner hat alles gegeben: dennoch lief es in Nove Mesto nicht wie erhofft

Das Weltcuprennen der Elite-Damen im tschechischen Nove Mesto war eine große Show. Von Beginn an. Am Ende kam es zu einem packenden Zielsprint zwischen der Dänin Annika Langvad und der Schweizer Weltmeisterin Jolanda Neff. Eva Lechner (Clif-Pro-Team) aus Südtirol kam mit acht Minuten und 44 Sekunden Rückstand auf Platz 36.

Langvad vor Neff

Zwischen Annika Langvad und Jolanda Neff liegt knapp ein Jahrzehnt. Im Alter. Auf der Rennstrecke in Nove Mesto war es nur eine Sekunde, die die beiden trennte. Am Ende gewann die inzwischen 34-jährige Dänin vor tausenden Zusehern in der Biathlonarena im Sprintduell vor der amtierenden Weltmeisterin aus der Schweiz. Damit eroberte Langvad auch die Gesamtführung im Weltcup. Jolanda Neff, die noch vor einer Woche eindrucksvoll im deutschen Albstadt siegte, ist Gesamtzweite.

Die größten Erfolge von Annika Lanvad, Jahrgang 1984, gehen auf 2016 zurück, als die Dänin Weltmeisterin und Weltcupzweite im UCI-Ranking wurde. Jolanda Neff ist die amtierende Weltmeisterin in der Cross Conutry-Disziplin. Den Erfolg scheint die Schweizerin in den Genen zu haben, war ihr Vater doch schon Vizeweltmeister der MTB-Amateure 1997, als Jolanda gerade einmal drei Jahre alt war. 

Eva Lechner ist ein Jahr jünger als die aktuell beste Mountainbikerin der Welt. Auch sie hat schon mehrere Weltmeisterschaften hinter sich und 2011 in Champéry Bronze geholt. Ihr bislang größter Erfolg auf dem Mountainbike, von mehreren Weltcupsiegen abgesehen. Noch weiter vorne war Eva Lechner schon im Radcross, wo sie 2014 Vizeweltmeisterin wurde.

 

Lechner-Kollegin am Mikro

Und noch eine Besonderheit hat der Mountainbike-Weltcup 2018 zu bieten. Weniger auf der Strecke als am Mikro. Gemeint sind die Live-Übertragungen von RedBull-Media im Internet. In diesem Jahr durchgehend mit einer deutschen Co-Kommentatorin, die Eva Lechner bestens kennt. Die Rede ist von der Schweizerin Nathalie Schneitter, über viele Jahre Teamkollegin von Italiens bester Mountainbikerin. Sie sitzt während der Rennen im Salzburger Studio, hat sie doch vor zwei Jahren ihre Karriere beendet. Schneitter zum Rennen in Nove Mesto: „Eine Top-Leistung zweier ganz Großer. Eine große Show und Werbung für den MTB-Sport. Ich freue mich mit der Siegerin und gratuliere meiner Schweizer Landsfrau Jolanda Neff zum hervorragenden Ergebnis.“ Eva Lechner hätte sie wohl ein besseres Ergebnis gewünscht, sind die beiden doch seit Jahrzehnten eng befreundet. Ein Ergebnis unter den besten Vierzig ist zwar nicht schlecht, aber nach dem Sprintrennen am Freitag, das Eva Lechner als 16 beendete, hatte auch sie mehr erwartet. Das nächste Rennen und damit die nächste Chance im Weltcup gibt es für Eva Lechner am Wochenende des 7. und 8 Juli 2018 beim Heimrennen im Val di Sole.

 

Text: Dr. Josef Bernhart

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